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26,04,17 -
“Don’t Bite the Hand That Feeds You”
Bedeutung:
To attack, harm, show ingratitude (Undankbarkeit) toward, or otherwise turn against someone who is helping you.
Tja, da kommen sich viele superschlau vor, wenn sie das machen. Und in der Regel ist ihnen das noch nicht mal klar, WAS sie da anrichten. „Undank ist der Welten Lohn“ kann sich der/die mit Undank belohnte dann sagen.
Manche liebevolle Frau wurde von ihrem Liebhaber verlassen. Von einem Liebhaber, den sie selber in seiner Verlorenheit aufgebaut, gestützt, seelisch umsorgt hat – sodass er überhaupt erst die Kraft zum Verlassen hatte.
Wie manche Person (Mutter, Vater, Erzieherin, Lehrer), die sich liebevoll um die positive Entwicklung eines Kindes bemüht hat, erntet später Unverständnis und entsprechende Undankbarkeit.
Hier gibt es möglichweise eine Gesetzmäßigkeit!
Und zwar postuliere ich jetzt folgendes: Die aufgeführten Beispiele sind nix Alltägliches, sondern eigentlich ausgehend von ‚Außenseiter-Menschen‘ (relativ zu ‚unserer‘ kapitalistischen, tendenziell asozialen Verwahrlosungs-Gesellschaft). ABER, der von solchen ‚Außenseitern‘ geförderte Mensch hat nach seiner Kräftigung vor allem im Sinn, möglichst angepasst an die BESTEHENDE soziale Umwelt zu sein, (also genau an die kapitalistische, tendenziell asoziale Verwahrlosungs-Gesellschaft – was er aber natürlich SO nicht sieht) – und er will nicht angepasst sein an irgendwelche ‚Außenseiter‘ (Sonderlinge) aus seiner Vergangenheit.
Da fragt man sich natürlich: Wenn dies das Ergebnis ist – What is it good for?
Ich denke, da bleibt einem Betroffenen nur eine ½ Resignation – und die andere Hälfte ist das Urvertrauen, das ja solche positiv eingestellten Menschen noch immer in sich bewahrt haben. D.h. hier sind sie trotzdem einfach auf wahrhaft christliche Weise gläubig:
„Geh durch die enge Pforte, denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis (=Destruktion) führt, und viele sind’s, die auf ihm wandeln.“
– Und was nun tatsächlich aus ihren positiven (nicht-destruktiven) Taten wird, das ist in den Sternen geschrieben. Darüber habe sie keine Verfügungsgewalt.
Im Gegensatz zu psychischen Schädigungen, die sich als Trauma niederschlagen, was die Freiheitsfähigkeit solcher Personen permanent vermindert, hat ja die förderliche Beziehung die Freiheitsfähigkeit gestärkt. Diese kann natürlich auch missbraucht werden. Und die oben von mir postulierte ‚Gesetzmäßigkeit‘ macht dies sogar sehr wahrscheinlich! Die Positivität, die solcherlei geförderten Personen an sich hatten, muss nicht permanent sein (wie mancher wohl vermutet), nein sie kann durch freiheitliche Entscheidung auch vermindert oder sogar völlig zum Verschwinden gebracht werden. Das erinnert an zwei Märchen, einmal an das Grimm’sche Märchen “Hans im Glück”, der seinen Goldklumpen nach und nach herunterwirtschaftet, und an das Märchen “Das kalte Herz” von Wilhelm Hauff: Der Kohlenmunk-Peter träumt davon, viel Geld zu haben und angesehen zu sein. Was er auch schafft, allerdings zu dem Preis, dass er auf sein Herz verzichten muss. Dieses sei ihm mit seinen Gefühlen ohnedies nur hinderlich im Leben, stattdessen hat er als Preis für seinen Reichtum und seinen Erfolg einen kalten Stein in der Brust. (Das jeweilige Happy End der beiden Märchen kann ein erwachsener Leser allerdings getrost vergessen!)
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